Tipps und Informationen 2019

Die Berufsunfähigkeitsversicherung auch BU genannt, ist neben der Krankenversicherung und der Privathaftpfichtversicherung mit die wichtigste Versicherung.
Sie zahlt Dir eine monatliche Rente, wenn Du deinen Beruf nicht mehr ausüben kannst. Auslöser können zum Beispiel Krankheiten oder Psychische Erkrankungen sein.

Die Bedeutsamkeit ist vielen aber leider nicht bewusst. Stattdessen werden Handys, Autos und sonstige Gegenstände über versichert. Wobei diese Dinge, gegenüber deiner Gesundheit total an Relevanz verlieren. Einen Verlust vom Handy oder auch Auto kann man jederzeit finanziell kompensieren.

Wenn wir uns Deine Arbeitskraft anschauen, wird sich Dein Bild etwas ändern. Du wirst höchstwahrscheinlich bis zu Deinem 67 Lebensjahr arbeiten müssen, eventuell länger. (Wir möchten hier keine politische Diskussion anstoßen ) 🙂

Mal angenommen Du verdienst 2000€ Netto, wenn Du das bis zu deinem Renteneintritt hoch rechnest kommt man so ganz schnell auf 1 Mio. € oder mehr. 2000€ x 12 x 40 Jahre = 960.000€!! Darin sind keine Gehaltserhöhungen etc. mit eingerechnet.

Also schnell stellt man fest, lieber DU als Dein Auto 🙂

Du sollst dich hegen und pflegen, sollte mal was unvorhersehbares passieren, dann solltest Du entweder viel Geld gespart oder eine richtige BU-Versicherung abgeschlossen haben. Schauen wir uns aber das Thema der Berufsunfähigkeitsversicherung genauer an.

Wann ist man berufsunfähig?

Dazu der aktuelle Auszug aus § 172 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG):

„Berufsunfähig ist, wer seinen zuletzt ausgeübten Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war, infolge Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall ganz oder teilweise voraussichtlich auf Dauer nicht mehr ausüben kann.“

So definiert die Private Berufsunfähigkeitsversicherung die Berufsunfähigkeit. Der Staat definiert das etwas anders:

„Berufsunfähig sind Versicherte, deren Erwerbsfähigkeit wegen Krankheit oder Behinderung im Vergleich zur Erwerbsfähigkeit von körperlich, geistig und seelisch gesunden Versicherten mit ähnlicher Ausbildung und gleichwertigen Kenntnissen und Fähigkeiten auf weniger als sechs Stunden gesunken ist. (…) Berufsunfähig ist nicht, wer eine zumutbare Tätigkeit mindestens sechs Stunden täglich ausüben kann; dabei ist die jeweilige Arbeitsmarktlage nicht zu berücksichtigen.“

Die Gesetzliche Rentenversicherung sagt, wenn Du nur noch weniger als 6 Stunden arbeiten kannst = berufsunfähig.

Deshalb kommen wir zum nächsten Punkt: Große Denkfehler und Mythen in der Berufsunfähig.

Mythos Nummer 1

Der Staat wird für mich sorgen.

Leider müssen wir die Frage zunächst verneinen, außer Du bist Jahrgang 1961 oder früher geboren. Für diese Jahrgänge gibt es noch die Berufsunfähigkeit vom Staat (Gesetzliche Rentenversicherung) Solltest Du jünger sein, dann kannst Du maximal eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung erhalten, da ist die Definition wiederrum was ganz anderes als bei einer BU.

Wer hat Anspruch auf eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung?

Um einen Anspruch auf eine Erwerbungsfähigkeitsversicherung zu erlangen, musst Du dich erstmal von einem Amtsarzt untersuchen lassen, dieser prüft dann ob du, voll oder nur teilweise erwerbsunfähig bist. (Bei einer privaten BU lässt Du Dich bei deinem Arzt oder einem Facharzt deines Vertrauens untersuchen.)

Weiter musst Du mind. 3 Jahre Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung gezahlt haben.

Und das innerhalb der letzten 5 Erwerbsjahre. Schnell fällt auf, Azubis und Berufseinsteiger sowie Studenten, haben in der Regel keinen Schutz durch den Staat zu erwarten.

Die Erwerbsminderungsrente teilt sich in 2 Stufen auf:

Wenn Du am Tag nur noch 0 - 3 Stunden arbeiten kannst und das in irgendeinem Beruf, giltst du als voll erwerbsunfähig und würdest ca. 32% von deinem letzten Bruttolohn erhalten.
Solltest du 3 - 6 Stunden arbeiten können, dann bist Du halb erwerbsunfähig und würdest so ca. 17% vom letzten Bruttolohn erhalten.

Du kannst gerne für Dich das selbst mal durchrechnen. Meist kratzt sowas an Hartz 4.

 

Bei einer Selbständigen Berufsunfähigkeitsversicherung ist die Erläuterung einfacher und klarer geregelt:

''Wird die versicherte Person während der Versicherungsdauer der Berufsunfähigkeitversicherung zu mindestens 50 % berufsunfähig, besteht ein Anspruch auf die versicherten Leistungen in voller Höhe. Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person voraussichtlich mindestens 6 Monate außer Stande ist, ihren Beruf auszuüben.''

Ob du berufsunfähig bist, prüft wie oben beschrieben dein Facharzt oder Hausarzt. In manchen Fällen kann es sein, dass der Versicherer eine zweite Meinung wünscht und einen anderen Arzt mit der Überprüfung beauftragt.

Gesundheitsfragen BU-Versicherung

Bevor Du dich mit Prämien auseinandersetzt, solltest Du zunächst wissen wie Dein Gesundheitsbild ist. Das ist immens wichtig, weil das mit der WICHTIGSTE Pfeiler auf dem Weg zu einer ''Richtigen'' BU-Versicherung ist. Du möchtest doch nicht zu den Kunden gehören die immer sagen: ''Versicherungen zahlen sowieso nicht!'' 🙂

Mythos Nummer 2

''Ich arbeite im Büro, ich werde nicht berufsunfähig''

Aktuelle Statistiken zeigen was anderes:
Die Wahrscheinlichkeit, bis zur Rente berufsunfähig zu werden liegt je nach Alter und Geschlecht zwischen 29-43 %. Die häufigsten Ursachen für Berufsunfähigkeit sind psychische Gründe, Beeinträchtigungen des Bewegungsapparates und Krebs! Also auch wenn man der Annahme ist, Menschen die im Büro sitzen passiert schon nichts liegt man leider falsch. Psychische Erkrankungen wie Burnout oder anderen Nervenkrankheiten sind auf dem Vormarsch und können auch Menschen im Büro treffen.

Jeder 4. Arbeitnehmer in Deutschland wird in seinem Berufsleben berufsunfähig laut einer Statistik zur BU-Versicherung. Bei Handwerkern ist das Risiko natürlich viel höher, dort trifft es sogar jeden 3.

Mythos Nummer 3

Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt sowieso nicht.

Fast Drei Viertel der Deutschen sind der Auffassung, dass sich die Berufsunfähigkeitsversicherung im Leistungsfalls vor der Zahlung drückt. Das ist aber grundlegend falsch. Eine Statistik des GDV zeigt:
Mit knapp über 77% haben Versicherer einen Großteil der Leistungsanträge bewilligt und bezahlt.
Da wo nicht gezahlt wurde, lag es meistens daran, das entweder keine Reaktion vom Kunden mehr kam (können wir nachvollziehen) oder Gesundheitsfragen schlichtweg nicht korrekt und ehrlich ausgefüllt wurden. Das sowas nicht passiert, bieten wir unseren Kunden anwaltliche Unterstützung im Leistungsfall an.

Wie oben beschrieben, sind die Gesundheitsfragen elementär für einen Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung.

Kommen wir aber zurück zur Berufsunfähigkeitsversicherung:

Wie viel Du letztlich für deine BU-Versicherung bezahlst, liegt auch daran wie hoch Du deine monatliche BU-Rente ansetzt.

Fragen die zum ausarbeiten wären:

  1. Wie viel Geld benötigst Du, wenn Du deinen Beruf nicht mehr ausüben kannst?
  2. Wie hoch ist meine Versorgungslücke?

BU-Rente richtig ermitteln:

Mal angenommen Du verdienst 3000€ Brutto und 2000€ Netto. Wenn Du BU wirst, bekommst Du bei einer vollen Erwerbsminderung ca. 32% von deinem letzten Brutto, das wäre in diesem Fall 960€ brutto monatlich. Wie gesagt, wenn Du keinem Erwerb mehr nachgehen kannst. Optional könntest Du ja auch von der GRV einfach auf einen anderen Beruf verwiesen werden. Somit würde die Leistung wieder entfallen oder stark gekürzt werden.
960 € abzüglich deines Nettolohns = 1040€ würden Dir jeden Monat fehlen. (Wir haben keine steuerliche oder Sozialversicherungen mit einberechnet.) Somit könnte man 1040€ als monatiche BU-Rente ansetzen sprich wenn du berufsunfähig bist, bekommst Du jeden Monat 1040€ bezahlt.

Eine andere Variante, wäre die 80% Regelung des Nettoeinkommens. Diese Regelung kannst Du ungefähr als Richtlinie ansetzen- aber Achtung, deine Kosten, Fixkosten und variablen Kosten solltest Du selbst kennen und ggf. vor Abschluss ausarbeiten. Bei 2000€ Netto würdest Du dann 1600€ BU-Rente ansetzen.

Wichtige Punkte die Du auch beachten sollest:

Zu kurze Laufzeit vermeiden

Deine Berufsunfähigkeitsversicherung sollte Dich bestenfalls Dein ganzes Arbeitsleben begleiten. Was bringt es Dir wenn Du eine BU-Versicherung abschließt, die nur bis zum 55. Lebensjahr läuft. Klar würdest Du dir Geld sparen, aber das Risiko steigt doch meist im Alter, somit solltest Du unbedingt sicherstellen das deine Versicherung bis zum 67 Jahren läuft. Optional kann man das variieren und kann die Laufzeit auf 65 oder 63 ansetzen.

Verschiedene Berufsgruppe brauchen unterschiedliche Klauseln.

Selbständige beispielsweise sollten auf den Punkt der Umorganisation achten. Versicherer könnten so beispielsweise von einem Geschäftsführer verlangen seinen Betrieb so umzuorganisieren das er weiterhin der Tätigkeit nachgehen kann. Das sollte im Bedingungswerk bei dem jeweiligen Versicherer klar und verständlich geregelt sein.

Ein Arzt sollte auf eine Infektionsklausel achten, falls eine Infektion vorliegt und ein vorrübergehendes Berufsverbot ausgesprochen wird, würde eine BU-Versicherung hier auch leisten.

Verschiedene Berufsgruppe erfordern verschiedene Anforderungsprofile. Sowas lässt sich im Vorfeld erarbeiten. Zum Beispiel mit einer Tätigkeitsbeschreibung dort wird konkret nachgefragt wie der Arbeitsalltag aussieht, welche Gefahren auf der Arbeit lauern usw. - somit kann sich der Versicherer vorab ein Bild machen und in eine Berufsgruppe einordnen.

Hinweis:

Mit einer Tätigkeitsbeschreibung kannst du deinen Berufsalltag kurz erläutern und den Fragebogen an den Versicherer zur Prüfung senden. Dadurch kann eine bessere Berufsgruppeneinstufung erfolgen und das Risiko genau abgeschätzt werden.

Versicherungsbedingungen

Verzicht auf Abstrakteverweisbarkeit

Arztanordnungsklausel

Leistung ab 50% Berufsunfähigkeit.

Prognosezeitraum

Das sind Begrifflichkeiten, die beim Versicherer im Bedingungswerk stehen. Es sind Regeln, die vertraglich festgehalten werden und fester Bestandteil zum Vertrag sind. Einige Punkte sind unbedingt vorab zu beachten und zu recherchieren.

- Sparen und Risiko trennen

Wenn Du sparen willst, dann spare und wenn Du ein Risiko versichern willst, dann versichere es. Beides zusammen ist meist unpraktisch. Vor allem bist Du dann total unflexibel, falls Du mal kurzfristig pausieren willst. So gefährdest Du dann Deinen BU-Schutz und sparen tust Du auch nicht mehr. Sinnvoll ist beides zu trennen!

Wie viel Euro muss ich für meine BU-Versicherung bezahlen?

Unser Tipp: Fang andersrum an: Arbeite erst vorher alle Gesundheitsakten mit deinem Versicherungsmakler aus, nimm eine Tätigkeitsbeschreibung auf und starte zunächst eine Voranfrage. Es ist immens wichtig, eine systematische Vorgehensweise anzustreben. Dadurch sparst du dir später sehr viel Geld und ärger.

Mit einer anonyme Voranfrage lässt sich erstmal herausfinden, ob Du überhaupt versicherbar bist. Falls Du Vorerkrankungen hast, kann der Versicherer einen Zuschlag verhängen oder schlimmstenfalls ablehnen. Dann ist der Preis vollkommen egal.

Schritt für Schritt zur richtigen BU-Versicherung

1. Gesundheitszustand ausarbeiten und Tätigkeitsbeschreibung aufnehmen.

2. Voranfrage ausfüllen mit Krankenakte/Befundberichte und Tätigkeitsbeschreibung beim Versicherer einreichen. Das ganze läuft völlig anonym ab und kann über uns angefragt werden.

3. Ergebnisse abwarten, auswerten und bei positivem Ergebnis abschließen.

Zusammengefasst:

Sollte die BU-Versicherung schlichtweg zu Dir passen und auch bezahlbar sein. Es bringt nichts wenn Du deine BU-Versicherung nicht zahlen kannst und später wieder kündigen musst.

Hinweis:

Dein Beruf, dein Alter, deine Höhe der monatlichen BU-Rente, die Laufzeit und dein Gesundheitszustand sind ausschlaggebend dafür, was du letztlich bezahlst. Umso früher du eine BU abschließt umso günstiger. 

Folgendes Problem ist der Fall:

Junge Menschen könnten sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung leisten, da noch der Gesundheitszustand super ist, allerdings fehlt es manchmal am nötigen Kleingeld. Bist Du schon etwas Älter, könntest Du Dir eine BU-Versicherung leisten, aber hast eventuelle Probleme mit deiner Gesundheit.

Die Berufsunfähigkeit ist ein spannendes Thema und erfordert unmittelbar eine professionelle Beratung und Betreuung. So kannst du nach und nach Deine Richtige Berufsunfähigkeitsversicherung ausarbeiten und für Dich den passenden Tarif finden.

Falls Du selbst auf der Suche nach einer Berufsunfähigkeitsversicherung bist: Wir helfen dir gerne!Nimm einfach mit uns Kontakt auf:

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