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Berufsunfähigkeitsversicherung – ohne ist richtig blöd.

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Die Berufsunfähigkeitsversicherung auch BU genannt, ist neben der Krankenversicherung und der Privathaftpflichtversicherung mit die Wichtigste.
Sie bezahlt dir eine monatliche Rente, wenn du deinen Beruf nicht mehr ausüben kannst. Auslöser dafür können z.B. körperliche oder psychische Erkrankungen sein.
Die Bedeutsamkeit dieser Versicherung ist vielen, vor allem jungen Menschen jedoch leider nicht bewusst. Stattdessen werden Handys, Autos und andere Gegenstände überversichert. Wobei die genannten Objekte im Vergleich zu deiner Gesundheit deutlich an Relevanz verlieren. Einen Verlust von einem Handy oder Auto kann jederzeit finanziell aufgefangen werden.
Wenn du deine Arbeitskraft betrachtest wird sich das Bild schnell ändern. Du wirst höchstwahrscheinlich bis zu deinem 67 Lebensjahr arbeiten müssen, eventuell sogar länger. (Wir möchten hier keine politische Diskussion anstoßen, was den Rahmen sprengen würde 🙂 ).Angenommen du verdienst 2.000€ netto. Wenn wir das bis zu deinem Renteneintritt hochrechnen kommt eine ganz schöne Summe zusammen. Etwa 1 Mio. € oder mehr.

Beispielrechnung:
2.000€ x 12 Monate x 40 Jahre = 960.000€. Darin sind keinerlei Gehaltserhöhungen und andere Karrieresprünge eingerechnet.

Schnell ist festzustellen – lieber du als Dein Auto!

Du sollst dich hegen und pflegen, wie es so oft formuliert wird. Sollte etwas Unvorhersehbares passieren, dann solltest du entweder viel Geld gespart oder eine „richtige“ BU-Versicherung abgeschlossen haben. Da Ersteres recht selten der Fall ist, schauen wir uns nun das Thema der Berufsunfähigkeitsversicherung genauer an.

Wann ist man berufsunfähig?

So definiert die private Berufsunfähigkeitsversicherung die Berufsunfähigkeit:
Dazu der aktuelle Auszug aus § 172 VVG (Versicherungsvertragsgesetz)

„Berufsunfähig ist, wer seinen zuletzt ausgeübten Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war, infolge Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall ganz oder teilweise voraussichtlich auf Dauer nicht mehr ausüben kann.“

Der Staat hat da eine etwas andere Definition (§ 43 SGB VI.):

“Danach sind Versicherte teilweise erwerbsgemindert, die wegen Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit außerstande sind, unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens 6 Stunden täglich erwerbstätig zu sein. Voll erwerbsgemindert sind Versicherte, die in gleichem Sinne nicht mehr mindestens 3 Stunden täglich erwerbstätig sein können.“
Hoppla, die gesetzliche Rentenversicherung sagt also, wenn du nur noch weniger als 6 Stunden arbeiten kannst bist du erwerbsunfähig.

Um diesen wichtigen Punkt zu erläutern, müssen wir einige Mythen & Denkfehler aus der Welt schaffen.

Mythos Nummer 1

“Der Staat wird für mich sorgen.“

Leider müssen wir die Frage zunächst verneinen, es sei denn du bist im Jahrgang 1961 oder früher geboren. Für diese Jahrgänge gibt es noch die Berufsunfähigkeit vom Staat (gesetzliche Rentenversicherung) Bist du jünger, dann kannst du maximal eine Erwerbsunfähigkeitsrente erhalten. Die Definition hiervon ist wiederrum eine ganz andere als bei einer Berufsunfähigkeit!
Wer hat Anspruch auf eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung und woher?
Um einen Anspruch auf eine Erwerbunfähigkeitsrente zu erlangen, musst du dich zunächst von einem Amtsarzt untersuchen lassen. Dieser prüft dann, ob du voll- oder teilweise erwerbsunfähig bist. (Bei einer privaten BU-Versicherung stellt dein Hausarzt oder ein Facharzt deines Vertrauens die Berufsunfähigkeit fest.)
Des Weiteren musst du mindestens drei Jahre Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einbezahlt haben. Das läuft meistens durch eine sozialversicherte Tätigkeit (Beiträge zur Gesetzlichen Rentenversicherung) innerhalb eines Zeitraums von fünf Jahren. Schnell fällt auf, dass bei diesem Vorgehen Lücken entstehen. Azubis und Berufseinsteiger sowie Studenten haben in der Regel keinen Schutz durch den Staat zur erwarten!
Die Erwerbsminderungsrente teilt sich in 2 Stufen auf:
Wenn du am Tag nur noch bis zu drei Stunden arbeiten kannst und das in irgendeinem Beruf, bist du als voll erwerbsunfähig eingestuft. In diesem Fall würdest du ca. 32% von deinem letzten Bruttolohn erhalten.
Solltest du zwischen drei und sechs Stunden arbeiten können, dann gilt die halbe Erwerbsunfähigkeit und du würdest ca. 17% vom letzten Bruttolohn erhalten.
Beim Betrachten der Zahlen ist sofort zu erkennen, dass eine enorme Versorgungslücke entsteht (ganz zu schweigen davon, dass der Beruf aufgrund von Krankheit nicht mehr auszuüben ist). Sehr schnell mindert sich das Einkommen bis auf das Existenzminimum.
Bei einer selbständigen Berufsunfähigkeitsversicherung (SBU) sind die Erläuterungen einfacher und klarer geregelt (Hinweis: Selbständig heißt in diesem Fall: Privat):

“Wird die versicherte Person während der Versicherungsdauer der Berufsunfähigkeitsversicherung zu mindestens 50 % berufsunfähig, besteht ein Anspruch auf die versicherten Leistungen in voller Höhe. Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person voraussichtlich mindestens 6 Monate außer Stande ist, ihren Beruf auszuüben.“

Die Untersuchung, ob du berufsunfähig bist prüft wie oben beschrieben dein Fach- oder Hausarzt. In manchen Fällen kann es sein, dass der Versicherer eine zweite Untersuchung wünsch. Das stellt jedoch kein Problem dar, wenn….

Gesundheitsfragen BU-Versicherung:

Bevor du dich mit Prämien, der Laufzeit oder Ähnlichem auseinandersetzt, solltest du zunächst wissen wie dein Gesundheitsbild aussieht. Das ist immens wichtig, weil das der prägende Pfeiler auf dem Weg zu einer “richtigen“ BU-Versicherung ist. Bei Falschangaben auf Gesundheitsfragen können Versicherungen die anfallenden Auszahlungen vermeiden.

Das mag bei einem kleinen Haftpflichtschaden in Ordnung sein, bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung kann das aber existenzbedrohlich sein.

Mythos Nummer 2

Einige Menschen gehen davon aus, dass sie mit einer Bürotätigkeit nicht berufsunfähig werden können.
Aktuelle Statistiken zeigen das Gegenteil:
Die Wahrscheinlichkeit bis zur Rente berufsunfähig zu werden liegt je nach Alter und Geschlecht zwischen 30 und 43%. Die häufigsten Ursachen für Berufsunfähigkeit sind psychische Erkrankungen, Beeinträchtigungen des Bewegungsapparates und verschiedene Arten von Krebs. Auch wenn die Annahme kursiert, Menschen die im Büro sitzen werden nicht berufsunfähig, liegt leider falsch. Psychische Erkrankungen, wie bspw. Burnout werden leider immer häufiger diagnostiziert und kommen häufig bei Menschen im Büro vor.
Jeder vierte Arbeitnehmer in Deutschland wird in seinem Berufsleben berufsunfähig. Das sprechen Statistiken zur BU-Versicherung. Bei Handwerkern ist das Risiko einer Berufsunfähigkeit deutlich höher. Jeder dritte Arbeitnehmer ist im Laufe seines Lebens von der Berufsunfähigkeit betroffen.

Mythos Nummer 3

Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt sowieso nicht.
Fast drei Viertel der deutschen Bevölkerung ist der Auffassung, dass die Berufsunfähigkeitsversicherung im Leistungsfall die Zahlung verweigert. Dies ist grundlegend falsch.
Das zeigt eine Statistik des GDV:
“Mit über 77% haben Versicherer einen Großteil der Leistungsanträge bewilligt und bezahlt.“
Bei Fällen, welche nicht bedient wurden, lag es meistens daran, dass entweder keine Reaktion des Kunden kam (können wir nachvollziehen) oder Gesundheitsfragen schlichtweg nicht korrekt und ehrlich ausgefüllt wurden.

Wie bereits beschrieben sind die Gesundheitsfragen mit das Wichtigste für einen Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung.
(Siehe Statistik: https://www.gdv.de/de/themen/news/versicherte-koennen-auf-anhaltend-hohe-leistungsquote-bauen-31426) Das s
Wie viel du letztlich für deine BU-Versicherung bezahlst liegt unter anderem daran, welche monatliche BU-Rente angesetzt wird.

Beispielhafte Fragen zum Ausarbeiten:
Wie viel Geld benötigst Du, wenn Du deinen Beruf nicht mehr ausüben kannst?
Wie hoch ist meine Versorgungslücke im Leistungsfall?

BU-Rente richtig ermitteln

Angenommen du verdienst 3.000€ brutto und 2.000€ netto (die Werte sind der Einfachheit halber angenommen). Wenn Du erwerbsunfähig wirst, bekommst du bei einer vollen Erwerbsminderung ca. 32% deines letzten Bruttogehaltes. Das sind in diesem Fall 960€ brutto monatlich. (Bitte darauf achten, bei VOLLER ERWERBSMINDERUNG) Wie gesagt, wenn du keinem Erwerb mehr nachgehen kannst. Optional könntest du auch von der gesetzlichen Rentenversicherung einfach auf einen anderen Beruf verwiesen werden. Somit entfallen die Leistungen wieder oder werden stark gekürzt.
960 € abzüglich deines Nettolohns entsprechen 1.040€. Das würde dir jeden Monat fehlen (Wir haben keine steuerliche oder Sozialversicherungen mit einberechnet). Somit könntest du 1.040€ als monatliche BU-Rente ansetzen. Wenn du berufsunfähig bist, bekommst Du jeden Monat 1.040€ ausbezahlt.

Das ist eine Variante, die andere ist eine 80% Regelung des Nettoeinkommens. Diese Regelung kannst Du ungefähr als Richtlinie ansetzen- aber Achtung: deine Kosten solltest du selbst kennen und ggf. vor Abschluss ausarbeiten. Bei 2.000€ netto würdest du dann 1.600€ BU-Rente ansetzen.

Wichtige Punkte die zu beachten sind:

Zu kurze Laufzeiten vermeiden:

Deine Berufsunfähigkeitsversicherung sollte dich bestenfalls das ganze Arbeitsleben begleiten. Die Versicherung erbringt keinen Nutzen, wenn sie im Alter von 50 Jahren abläuft. Klar würdest du Geld sparen, aber das Risiko steigt doch meist im Alter. Deshalb solltest du unbedingt sicherstellen, dass deine Versicherung bis ins Alter von 67 Jahren läuft. Optional kann man die Laufzeit variieren und auf 65 oder 63 Jahre angepasst werden–ein guter Versicherungsmakler mindert die Laufzeit nicht weiter.

Verschiedene Berufsgruppe brauchen unterschiedliche Klauseln:

Selbständige beispielsweise sollten auf die Umorganisation achten. Versicherer könnten so bspw. von einem Geschäftsführer verlangen seinen Betrieb so umzuorganisieren, dass er weiterhin der Tätigkeit nachgehen muss. Das sollte im Bedingungswerk bei dem jeweiligen Versicherer klar und verständlich geregelt sein.

Ein Arzt sollte auf eine Infektionsklausel achten. Für den Fall, dass eine Infektion vorliegt und ein vorrübergehendes Berufsverbot ausgesprochen wird, würde eine BU-Versicherung dann auch leisten.
Verschiedene Berufsgruppe erfordern verschiedene Anforderungsprofile. Sowas lässt sich im Vorfeld erarbeiten. Zum Beispiel mit einer Tätigkeitsbeschreibung. Dort wird konkret nachgefragt wie der Arbeitsalltag des Versicherten aussieht, welche Gefahren auf der Arbeit lauern usw. Somit kann sich der Versicherer vorab ein Bild machen und die Person in eine Berufsgruppe einordnen (Davon hängt immerhin auch dein Zahlbeitrag ab).

Versicherungsbedingungen

Versicherungsbedingungen sind Regeln. Natürlich steckt noch mehr dahinter, aber das ist eine Grundlage die ebenso wichtig ist wie dein Gesundheitszustand. Die Versicherung sollte bspw. ab einer Berufsunfähigkeit von 50% leisten. Und zwar fortlaufend und rückwirkend vom Tag der Feststellung an. Ebenso wichtig ist der “Verzicht auf abstrakte verweisbarkeit“ (Schwierige Begriffe der Versicherungswelt).Damit hat der Versicherer kein Recht die versicherte Person auf einen anderen Beruf zu verweisen, welcher nicht der Bildung oder des vorgegangenen Gehalts entspricht. Ohne diese wichtigen Punkte ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Versicherung nicht leistet, obwohl man davon ausgeht.

Sparen und Risiko trennen:

Wenn du sparen willst, dann spare. Wenn Du ein Risiko versichern willst, dann versichere es. Beides zusammen ist meist unpraktisch. Vor allem bist du total unflexibel, falls du kurzfristig pausieren willst. So gefährdest du deinen BU-Schutz in Kombination damit, dass das Sparen auch geringer ausfällt. Es ist sinnvoll beides zu trennen.

Wie viel Euro muss ich für meine BU-Versicherung bezahlen?

Unser Tipp: Anders denken. Arbeite zunächst alle Gesundheitsakten mit deinem Versicherungsmakler durch, nimm eine Tätigkeitsbeschreibung auf und starte dann eine Voranfrage. Es ist immens wichtig den Weg in dieser Reihenfolge zu gehen, bevor du den Preis anfragst. Das erspart Zeit und kann zu einem späteren Zeitpunkt viel Ärger vermeiden.

Mit einer anonymen Voranfrage lässt sich zunächst herausfinden, ob du überhaupt versicherbar bist. Falls Vorerkrankungen vorhanden sind kann der Versicherer einen Zuschlag verhängen oder schlimmstenfalls ablehnen. Dann ist der Preis vollkommen egal.

Schritt für Schritt zur richtigen BU-Versicherung

1. Gesundheitszustand ausarbeiten und Tätigkeitsbeschreibung aufnehmen.
2. Voranfrage ausfüllen mit Krankenakte/Befundberichte und Tätigkeitsbeschreibung beim Versicherer einreichen. Das Ganze kann völlig anonym ablaufen.
3. Ergebnisse abwarten, auswerten und bei positivem Ergebnis abschließen.

Zusammengefasst sollte die BU-Versicherung schlichtweg zu dir passen und bezahlbar sein. Es ist kein Mehrwert, wenn deine BU-Versicherung nicht bezahlbar ist.

Merke:

Dein Beruf, Alter, Höhe der monatlichen BU-Rente, Laufzeit und dein Gesundheitszustand sind ausschlaggebend dafür, was du letztlich bezahlst. Umso früher, desto besser ist hier das richtige Motto.

Das Thema der Berufsunfähigkeitsversicherung ist sehr spannendes Thema und erfordert unmittelbar eine professionelle Beratung und Betreuung. So kannst du nach und nach die richtige Berufsunfähigkeitsversicherung ausarbeiten und einen für dich passenden Tarif finden.
In diesem Text wurden lediglich wichtige Punkte beschrieben. Darüber hinaus gibt es natürlich weitere Punkte, welche ebenso entscheidend sind. Das Wichtigste dabei ist immer, dass die Versicherung zu dir passt.

Falls du selbst auf der Suche nach einer Berufsunfähigkeitsversicherung bist, oder bereits eine hast zu der du Informationen möchtest, dann kannst du dich gerne bei uns melden. Wir helfen dir gerne eine für dich passende Berufsunfähigkeitsversicherung zu finden.

Mehr Informationen unter:
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